Tattoo Sucht

Tattoo Sucht

Nicht wenige haben mehr als ein Tattoo. Machen Tattoos süchtig?

Die seit langem nachgesagte Verbindung zwischen Tattoos und Individuen mit fragwürdigem Charakter ist nicht der einzige Grund warum Tattoos häufig einen schlechten Ruf haben. Diese Art von Verbindung erweist sich in vielen Fällen zwar als wahr, dennoch gibt es ein noch viel schlimmeres Vorurteil, das nicht immer auf der Wahrheit beruht.

Sowohl von Leuten die sich auskennen als auch von denen die es nicht tun, gibt es häufig versteckte Andeutungen über den "süchtig machenden" Charakter von Tattoos. Viele Leute haben mehrere Tattoos. Einige haben diese über mehrere Jahre oder Jahrzehnte gesammelt, während andere regelmäßige Besuche in ihrem Lieblings Tattoo Studio machen. Dies aber willkürlich als "Sucht" zu bezeichnen ist in den meisten Fällen unfair, unrealistisch und basiert kaum auf Fakten.

Da jeder einen eigenen Grund für ein Tattoo hat, ist es unmöglich für Außenstehende diesen zu wissen, wenn sie oder er es einem nicht verrät. Der eine liebt die Kunst, der andere möchte eine bestimmte Person ehren, andere wollen sich als Teil einer bestimmten Gruppe fühlen und wieder andere genießen es einfach Geld auszugeben. Kurz gesagt hat jeder seinen eigenen Beweggrund und "Sucht" ist fast nie der Grund dafür.

Es gibt zwei Missverständnisse, die Tattoos im Allgemeinen und den Trägern einen schlechten Ruf verschaffen. Erstens, dass diese Leute nach den Tattoos selbst süchtig sind. Zweitens, dass sie nach dem Vorgang des Tätowierens süchtig oder besser ausgedrückt "süchtig nach Schmerzen" sind. Manch einer wird sich wundern wie man überhaupt darauf kommt so eine Behauptung aufzustellen, aber sie ist weiter verbreitet als man denkt.

Ein bekannter Tätowierer hat Tattoos einmal als "Fieber" bezeichnet. Damit meinte er jedoch lediglich, dass viele Kunden es einfach genießen dauerhafte Kunst für sich selbst zu kaufen. "Ich glaube ich werde mir noch eins stechen lassen!" wird oft in Tattoo Studios gehört. Dies bestätigt jedoch mit keinem Wort, das es eine "Sucht" ist. Auch hatte er in den Jahrzehnten seiner Arbeit als Tätowierer niemals einen Kunden der auch nur annähernd die Unannehmlichkeiten des Tätowierens genossen hat.

Das Wort und seine mangelnde Eignung in Bezug auf Tattoos, wird oft von denjenigen eingeworfen, die nur zu gut wissen was "Sucht" eigentlich bedeutet. Sucht ist ein Zwang über den eine Person keine Selbstkontrolle mehr hat. Sucht kann nicht zwischen "wollen" und "brauchen" unterscheiden. Leute die bereits Süchte wie zum Beispiel Drogen, Alkohol, bestimmtes Verhalten, usw. haben, können durchaus süchtig nach Tattoos werden. Nichtsdestotrotz ist dies mit Sicherheit bei der Mehrheit, die sich für ein Tattoo entscheiden nicht der Fall. Die meisten Leute die sich tätowieren lassen tun dies einfach weil sie es wollen. Sie besitzen im Normalfall nicht die Schwäche, die Süchtige dazu führt etwas tun zu müssen.

Die Aussage, dass eine Person Tattoos bekommt weil sie süchtig nach Schmerzen ist und deshalb den schmerzvollen Vorgang des Tätowierens genießt, kann entweder nur von extrem ignoranten Menschen kommen oder von solchen die selbst derartige Vorlieben haben.

Unglücklicherweise werfen diese Missverständnisse ein sehr negatives Licht auf Tattoos selbst und die Leute die welche haben. Es ist ein schlechter Ruf, den beide nicht verdient haben und der fast nie auf Tatsachen beruht. Auch wenn es Leute gibt, die sich Tattoos aus weniger wünschenswerten Gründen stechen lassen, tun es die meisten ohne negativen Hintergedanken bezüglich des Tattoos oder des Vorgangs. Wenn also jemand versucht Sie vom süchtig machenden Charakter von Tattoos zu überzeugen, haben Sie wahrscheinlich jemanden gefunden der wirklich süchtig ist und es nicht erkennt, dass es die meisten Leute nicht sind.

Mehr zum Thema:

 

Mehr aus dem Web: