Tattoo Akzeptanz - Unterschiede im Vergleich zu Piercings

Tattoo Akzeptanz

Tattoos sind keine Seltenheit mehr, aber werden sie von allen akzeptiert?

Heutzutage ist es nicht ungewöhnlich, dass Tattoos mit anderen Formen der Körperkunst in Verbindung gebracht werden. Vor allem in größeren Städten sind Tattoo Studios nicht nur auf Tattoos spezialisiert, sondern bieten auch Piercings an. Durch die Kombination beider Künste treten oft zwei Gegensätze auf.

Erstens, während die meisten geschmackvolle, gut gestochene Tattoos als eine legitime Form der Selbstdarstellung betrachten, denken viele von diesen Leuten, dass Piercings unakzeptabel oder zumindest nicht wünschenswert sind. Dieser Sachverhalt ist jungen Leuten, vor allem Teenagern schwer zu vermitteln. Die steigende Zahl an Tattoo Studios, die auch Piercings anbieten erschwert dies noch zusätzlich. Junge Leute sind der Meinung, dass wenn Körperkunst akzeptabel ist, auch Löcher und Ringe an verschiedenen Stellen des Körpers akzeptabel sein sollten.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass während es strikte Regeln bezüglich Tattoos gibt, dies nicht immer auf Piercings zutrifft. Tattoos sind teilweise so stark geregelt, dass Minderjährige in manchen Ländern gar nicht tätowiert werden können oder die Erlaubnis der Eltern dafür benötigen. Die Tatsache, dass für Piercings mancherorts keine Einwilligung erforderlich ist, stellt ein zunehmendes Problem dar.

Diesbezüglich gibt es einige ernsthafte Nachwirkungen. Erstens sind viele Eltern der Meinung, dass es eine Verletzung der elterlichen Rechte ist, wenn sich Minderjährige gegen den Willen der Eltern oder ohne dass diese vorher davon wissen ein Piercing stechen lassen können. Zweitens, in Gebieten wo dies legal gemacht werden kann, gibt es oft Probleme mit den Gesundheitsstandards. Während man vor dem Stechen eines Tattoos eine Erklärung unterzeichnen muss, dass mögliche Gesundheitsrisiken bestehen, lassen Piercer Minderjährigen oft gesundheitliche Verzichtserklärungen unterzeichnen. Das ist zwar illegal, wird manchmal aber trotzdem gemacht.

Diese Tatsache führt in rechtlicher und gesundheitlicher Hinsicht zu Problemen. Rechtlich gesehen dürfen Minderjährige solche Formulare nicht unterzeichnen. Beim Piercen ist das Risiko einer Infektion höher und tritt auch viel häufiger auf als beim Tätowieren. Durch die Unterzeichnung dieser Verzichtserklärungen sind sich die Jugendlichen kaum bewusst wie ernst die gesundheitlichen Faktoren wirklich sind. Das bereits hohe Infektionsrisiko, kann je nach Stelle an der das Piercing gestochen wird noch gefährlicher werden. Piercings an Körperstellen, die Speichel oder Staub ausgesetzt sind, schreien förmlich nach Ärger. Dennoch sind Piercer oft mehr damit beschäftigt Geld zu verdienen, als sich um die möglichen gesundheitlichen Nachwirkungen bei ihren jungen Kunden zu kümmern.

Zusätzlich zu diesen Faktoren gibt es noch das soziale Stigma. Während Jugendliche davon ausgehen, dass das Stechen eines Piercings ihre ebenfalls jugendlichen Freunde beeindruckt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie jemand anderen damit beeindrucken. Auch wenn Sie elterlichen Verboten standhalten oder das Entsetzen von Lehrern und Arbeitgebern ignorieren, früher oder später werden sie erkennen, dass Piercings in der "realen Welt" nicht gerade gut ankommen.

Egal ob Sie über die möglichen Gesundheitsrisiken von Piercings oder über die Zustimmung der Öffentlichkeit beunruhigt sind, Piercings haben noch einen langen Weg zu gehen, bevor sie vollständig akzeptiert werden. Tattoos erfüllen in gewisser Weise einen wichtigen Zweck und finden deswegen mehr Anklang. Die meisten Erwachsenen hingegen sind der Meinung, dass Piercings nichts anderes bezwecken, als dass der Träger nicht anständig aussieht.