Piercings

Piercings

Der ewige Rivale von Tattoos im Bereich Körperverzierung und -modifikation!

Piercings sind ein eigenes Thema für sich und so vielfältig wie es auch Tattoos sind. Deshalb soll an dieser Stelle auch nur ein grober Überblick über die verschiedenen Piercing Arten gegeben werden. Wenn Sie vorher alles Wichtige über Piercings wissen, das heißt welche Arten von Piercings es gibt, wo Piercings gestochen werden können und welche Risiken es gibt, fällt im Normalfall die Entscheidung dafür oder dagegen etwas leichter.

Wie auch Tattoos gibt es Piercings schon seit Jahrtausenden und wurden wie auch andere Körperveränderungen von bestimmten Naturvölkern zur Kennzeichnung oder für Rituale verwendet. In westlichen Ländern waren in der Vergangenheit eigentlich nur Ohrlöcher, welche so gesehen ja auch eine Form des Piercings darstellen verbreitet. In neuerer Zeit wird der Piercing Trend immer beliebter und es ist keine Seltenheit, dass der Träger gleich mehrere Piercings besitzt. In unserer Kultur werden Piercings jedoch meistens als Körperschmuck betrachtet und es steht somit rein der ästhetische Aspekt im Vordergrund.

Beliebte Piercing Formen sind Stäbchen mit Kugeln an beiden Seiten, Ringe welche gegebenenfalls auch eine Kugel haben bzw. offene Ringe mit zwei Kugeln (an jedem Ende eine), Schmucksteine, spitze Zacken und vieles mehr. Ebenso können auch kleine Kettchen und andere Muster und Formen wie Drachen oder ähnliches am Piercing befestigt sein.

Wie auch beim Tätowieren wird die Stelle desinfiziert und gegebenenfalls auch rasiert, sowie die Ein- und Austrittsstelle markiert. Das Durchstechen kann mit einem Venenkatheter, Hohlnadeln oder mit einem Dermal Punch erfolgen. Bei letzterem wird wie beim Lochen eines Blattes die Haut herausgestanzt. Da Piercings im Normalfall ohne Betäubung gestochen werden, heißt es Augen zu und durch. Je nach Stelle (Knorpel sind schmerzhafter), Größe bzw. Länge des Piercings und eigenem Schmerzempfinden tut es unterschiedlich stark weh.

Stellen für Piercings

Im folgenden soll auf verschiedene Stellen für ein Piercing näher eingegangen werden. Da es jedoch so viele Möglichkeiten gibt und jedes Piercing abhängig von der Stelle einen eigenen Namen hat, ist es unmöglich auf alle Arten einzugehen.

Ohren - Am häufigsten verbreitet ist wohl das Ohrloch am Ohrläppchen. Aber auch am Knorpel oben am Ohr werden häufig Piercings platziert. Alleine für das Ohr gibt es neun verschiedene Arten, so zum Beispiel auch das Industrial-Piercing, ein langer Stab, welcher von oben bis seitlich durchgestochen wird.

Gesicht - Im Gesicht werden häufig die Augenbrauen, die Nase (zum Beispiel Nostril-, Bridge- oder Septum-Piercing), der Mund außen (Labret-Piercing) oder auch die Lippenbändchen (Frenulum) innen, sowie die Zunge gepierct.

Brustwarzen - Piercings an den Brustwarzen sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern üblich und tragen wie auch die folgenden Intim-Piercings zur sexuellen Stimulation bei.

Intimbereich - Intim-Piercings können bei Frauen zum Beispiel am Venushügel (Christina-Piercing) oder der Klitoris gestochen werden. Bei Männern wird der Penis zum Beispiel an der Harnröhre (Prinz-Albert-Piercing) oder an der Eichel (Ampallang) mit einem Piercing versehen.

Sonstige Stellen - Da überall wo Haut und Gewebe vorhanden ist ein Piercing gestochen werden kann, lassen sich auch an den Händen, den Beinen, der Hüfte, am Bauch ganz beliebt ist hier vor allem das Bauchnabel-Piercing oder auch am Rücken verschiedene Piercings anbringen. Ein Beispiel für den Rücken wäre das Korsett-Piercing. Bei diesem werden mehrere Piercings gestochen, welche in zwei Reihen angeordnet sind. Später werden Bänder durchgezogen, so dass die Schnürung aussieht wie bei einem Korsett.

Gedehnte Piercings

Eine spezielle Form der Piercings sind sogenannte gedehnte Piercings. Das bekannteste Beispiel für gedehnte Piercings ist wohl der Fleischtunnel (Ring im Ohrläppchen so dass durch das Ohr hindurch gesehen werden kann). Wenn man keinen Durchblick haben möchte kann man auch Plugs in das Loch einsetzen. Diese sind ebenso rund, nur dass der Kreis durchgehend aus undurchsichtigem Material ist. Es gibt aber auch noch weitere Schmuckstücke für gedehnte Piercings. So sind die meisten Piercings (Ringe, Stäbchen, Kugeln) auch in größeren Varianten speziell für gedehnte Stellen zu finden. Zum Dehnen der Stelle wird zum Beispiel die Haut mit einem Skalpell aufgeschnitten, ein Dermal Punch (Herausstanzen) durchgeführt oder auch ein Dehnungsstift eingesetzt.

Was wäre eine Körpermodifizierung ohne Risiken? Deshalb auch an dieser Stelle der Hinweis, dass bei Piercings ein hohes Infektionsrisiko, vor allem an Stellen die vermehrt Bakterien und Schmutz ausgesetzt sind besteht. Auch während des Heilungsprozesses können noch Infektionen, sowie Rötungen und Brennen auftreten. Piercings an Zunge und Mund können zudem das Sprechen und Essen beeinflussen oder die Zähne beschädigen. Bei gedehnten Piercings wächst vor allem am Knorpel die Stelle nicht mehr zusammen und beim Erstellen können Narben entstehen.

Die Heilung dauert je nach Stelle und wie stark das Piercing Reibungen und Bewegungen ausgesetzt ist unterschiedlich lange. Ebenso sollte nach dem Stechen das Piercing vorerst nicht herausgenommen oder gewechselt werden, da dies den Heilungsprozess verlängert. Bezüglich gedehnten Tattoos und Heilungsprozess lässt sich sagen, dass sich der Dermal Punch zwar furchteinflößender anhört und auch mehr Blut fließt, die Heilung aber normalerweise schneller vorangeht. Was die Pflege betrifft, sollte das Piercing regelmäßig gereinigt werden, weil sich Schmutz ablagern kann.

Da die meisten Tattoo Studios auch Piercings anbieten, ist es nicht schwer einen Piercer zu finden. Jedoch sollte bei der Wahl auf die Sauberkeit des Studios geachtet werden und der Piercer sollte über ausreichend Erfahrung verfügen. Bevor Sie sich piercen lassen, sollten Sie sich nochmal ausführlich beraten lassen. Vor allem bei Piercings im Gesicht, sollten Sie sich über die zum Teil auch negativen Reaktionen anderer bewusst sein.

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